60 JAHRE DYNAMIK UND INNOVATION

Erfolgsgeschichte Schülerwettbewerb des Landtags

Mit „komm heraus, mach mit.“ wird der Landtag 2017 zum 60. Male zur Teilnahme an seinem Wettbewerb aufrufen. In der Bundesrepublik Deutschland ist ein solcher Schülerwettbewerb zur Förderung der politischen Bildung einmalig. Mit attraktiven Themen, Preisen und Reisezielen sollen wieder viele Interessierte motiviert werden.

Anfang

1957 startete die Erfolgsgeschichte

Am 6. März 1957 wurde einstimmig der überfraktionelle Antrag auf Errichtung eines politischen Schülerwettbewerbs angenommen.

Im Archiv des Landtags ist im entsprechenden Antrag der Abg. Lausen u.a. zu lesen:

 „Der Landtag wolle beschließen, unter einem neuen Titel 607 „Schülerwettbewerb zur Förderung der politischen Bildung“ einen Betrag von 12000 DM einzusetzen; den Kulturpolitischen Ausschuß zu beauftragen, die Modalitäten eines Schülerwettbewerbs festzulegen und dabei beachten, daß die Schüler und Schülerinnen der Höheren und der Berufsschulen in allen Landesteilen angemessen beteiligt werden.

Den 06. März 1957

gez.: Lausen, Krause (SPD), Dr. Hermann, Brachat (CDU), Dr. Brandenburg (FDP/DVP), Josef Schwarz (GB/BHE)“

Am Anfang stand die Talentsuche im Mittelpunkt

In den 50er Jahren trat die Jugend in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Politiker 1957 Jugendliche auch für ein politisches Engagement in der Demokratie ansprechen wollten. Willi Lausen, einer der Initiatoren des Schülerwettbewerbs betonte, dass junge Menschen gefördert und zum Engagement ermuntert werden müssen: 

„Wer nicht alles tut, was in seinen Kräften steht, den Nachwuchs für aktives politisches Tun zu fördern, der versündigt sich an dem demokratischen Staat, ob bewusst oder unbewusst, ist nicht entscheidend.“
„Ich bin der festen Überzeugung, dass der Landtag selten einen so guten und wegweisenden Beschluss gefasst hat wie mit der Begründung dieses Wettbewerbs.“

Daraus ist eine reine Erfolgsgeschichte geworden, analysierte Dr. Siegfried Schiele, der ehemalige Direktor der Landeszentrale für politische Bildung.

Am ersten Schülerwettbewerb 1957 nahmen 554 Schülerinnen und Schüler teil. In den Anfangsjahren richtete sich der Schülerwettbewerb vor allem an Gymnasiasten und Berufsschüler. Schließlich suchte man Talente für eine noch zu gründende politische Akademie. Zunächst konnte man Erfolge verzeichnen, ab 1968 jedoch trat der Wettbewerb in eine Krise.

Erfolgskurs

Neues Konzept führt zum Erfolg

Ein neues Konzept sollte den Wettbewerb wieder beleben. Die neu gegründete Landeszentrale für politische Bildung erhielt 1973 den Auftrag zur Weiterführung und Neukonzeption. Sie schuf ein eigenes Referat für diese Aufgabe. Reinhard Gassmann profilierte über 20 Jahre den Schülerwettbewerb in der Landeszentrale für politische Bildung. 1982 meinte er: „Der Schülerwettbewerb soll möglichst viele dazu anregen, sich über wichtige politische Fragen Gedanken zu machen und diese in unterschiedlichen Formen festhalten.“

Die Einbeziehung aller Schularten, neue Arbeitsformen im Wettbewerb, Seminarangebote zur Förderung der politischen Bildung und stark ausgebaute Serviceleistungen führten den Schülerwettbewerb zum Erfolg. Mit der Einführung des Förderpreises zum 30. Schülerwettbewerb wurde der Ansatz, politische Talente zu fördern, wieder aufgegriffen.

Mittlerweile ist der Schülerwettbewerb des Landtags im Lande fest verankert und nicht mehr wegzudenken. Zwischen 3000 und 4000 Schülerinnen und Schüler machen alljährlich mit. In den Jubiläumsjahrgängen sprang die Teilnehmerzahl sogar über die 4000-Marke.

Zum 59. SWB wurde die oder der 140.000-ste TeilnehmerIn geehrt. Ein Erfolg, auf den der Landtag und die Landeszentrale für politische Bildung zu Recht stolz sein können.

Heute sind alle Schularten mit ihren Stärken integriert

Waren zunächst nur Schülerinnen und Schüler der „höheren Schulen“ angesprochen, so sind heute alle baden-württembergischen Schülerinnen und Schüler ab 13 Jahren aufgerufen, mitzumachen.

Ende der siebziger Jahre beschloss der Beirat Schülerwettbewerb, zunächst die 9. Klasse der Hauptschulen, danach die 9. Klasse der Sonderschulen und der Förderschulen anzusprechen. Heute richtet sich die Ausschreibung an alle Schularten, mit einer Altersgrenze von 13 bis 25 Jahren.

Es gibt fleißige Schulen, die über Jahrzehnte immer wieder Preisträgerinnen und Preisträger aufweisen können. Das ist besonders engagierten Lehrerinnen und Lehrern zu verdanken. Ohne den unermüdlichen Einsatz der Kolleginnen und Kollegen an der Basis könnte der Landtag nicht auf eine solche Erfolgsgeschichte im Schülerwettbewerb verweisen.

Anfangs waren nur schriftliche Arbeiten als Beiträge zugelassen, heute können Plakate gestaltet, Video- oder Tonreportagen zusammengestellt oder Umfragen erhoben werden. Literarische Formen wie Kurzgeschichten und Gedichte, auch Erörterungen, Facharbeiten, Kommentare, Karikaturauswertungen und sogar die Erstellung einer Website, die Komposition eines Songs, die Gestaltung eines Comics und das Drehen eines Filmclips stehen auf der Vorschlagsliste. Und ab dem 60. SWB wird ein innovatives neues Format angeboten: Online-Format. 
So ist für jede Schulart die Chance eröffnet, sich mit ihren Stärken und Interessen einzubringen. 

Erscheinungsbild

Welchen Erscheinungswandel machte der Schülerwettbewerb durch?

Schülerwettbewerb im Wandel

Hier wird der Wandel, wie der Schülerwettbewerb des Landtags für seine Idee warb, mit  einer Jahresleiste und Plakaten in der Lightbox dargestellt.

> Bildergalerie

1972 warb der Landtag zum 15. Schülerwettbewerb mit diesem bunten Plakat für die Teilnahme von Schülerinnen und Schüler aus Gymnasien und Berufsschulen. 1973 beauftragte der Landtag schließlich die neu gegründete Landeszentrale für politische Bildung, seinen Schülerwettbewerb weiterzuführen und neue Wege in der Konzeption des Wettbewerbs zu suchen.

1974 rief die Landeszentrale für politische Bildung zum ersten Mal mit dem Motto „Mach mit!“ zum 17. Schülerwettbewerb auf. Aus den eingereichten Beiträgen zu „Entwerfen Sie bitte ein Werbeplakat oder eine Kollage für den nächsten Schülerwettbewerb zur politischen Bildung. Überlegen Sie, wer sich am Wettbewerb beteiligt und wie diese Zielgruppe am besten angesprochen und an einer Teilnahme interessiert werden könnte“ wurde alljährlich ein Plakat als Werbeplakat verwendet.

Ab 1974 erschien alljährlich ein „Abschlußbericht“, der exemplarisch preisgekrönte Arbeiten präsentierte.

1982 zeigte die Ausschreibung des 25. Schülerwettbewerbs schon die Öffnung des Schülerwettbewerbs für weitere Schularten und neue Arbeitsformen bei der Teilnahme.

Aus Anlass des 25. Wettbewerbs wurden zwei Plakatthemen formuliert: „Gestalten Sie ein Plakat, das zu Verständigungsbereitschaft, Mitmenschlichkeit, Partnerschaft aufruft.“ Und: „Gestalten Sie ein Plakat, das zur Teilnahme am Schülerwettbewerb aufruft.“

Der Wettbewerbsbeitrag der Erstpreisträgerin Bettina Fischer zum 25. Schülerwettbewerb war Impuls für das Schülerwettbewerbslogo und das Motto der folgenden Jahre.

1987 wurde mit dem 30. Schülerwettbewerb zum ersten Mal der Förderpreis des Landtags für Arbeiten, die aus den ersten Preisen herausragen, ausgelobt. Seither ist er an 100 Schülerinnen und Schüler verliehen worden. Es muss erwähnt werden, dass bisher mehr junge Damen als junge Herren den begehrten Preis erhielten.

1991 wurde der nüchterne Begriff „Abschlußbericht“ durch den weiter fassenden Begriff „Nachlese“ für den Rückblick auf den abgeschlossenen Schülerwettbewerbsjahrgang ausgewechselt. In der Nachlese wurden exemplarisch preisgekrönte Arbeiten vorgestellt, die Ergebnisse erläutert und von Aktivitäten des Schülerwettbewerbs berichtet. Schülerstimmen und –beiträge werden mit vielen Fotos illustriert, um so die Leser auf den Schülerwettbewerb, seine Möglichkeiten und Chancen zur Horizonterweiterung neugierig zu machen.

1991 wurde auch im Partnerland Sachsen der erste sächsische Schülerwettbewerb mit baden-württembergischer Starthilfe ausgeschrieben. Für die Ausschreibung wurde das Schneckenlogo zur Verfügung gestellt. Das Team des Schülerwettbewerbs reiste immer wieder nach Sachsen, um zu beraten und organisatorische Hilfe zu leisten. Die Erstpreisträger des ersten sächsischen Schülerwettbewerbs und die baden-württembergischen Erstpreisträger reisten gemeinsam nach Berlin zum Jugendempfang des Bundespräsidenten und dann nach Schweden.

Die Schnecke als Erkennungszeichen für den Schülerwettbewerb wurde damit auch in Sachsen etabliert.

Leider wurde der sächsische Schülerwettbewerb 2011 wieder eingestellt.

1992 wurde für den 35. Schülerwettbewerb die statische Grafik durch eine dynamische Version ersetzt, um die Bandbreite der Arbeitsformen zu visualisieren.

In den 90-er Jahren wurde die Schnecke in die Neunerziffer eingebaut. Entwürfe, in denen die Schnecke im Graffitistil dargestellt wurde, sind in Testumfragen bei Schülerinnen und Schülern, nicht auf Zustimmung gestoßen.

Das Schneckenlogo mit dem Motto in ErciLefthand-Stil war über 10 Jahre das Erkennungszeichen des Schülerwettbewerbs und zierte alle Publikationen des Wettbewerbs.

Ab 2002 startete der Schülerwettbewerb seinen Auftritt im Internet. Seither sind auch die wichtigsten Informationen und Aktivitäten übers Worldwideweb zu erfahren. Zum Suchwort Schülerwettbewerb bei google besetzt der Schülerwettbewerb des Landtags im Ranking Platz 2.

Bis 2006 warb der Schülerwettbewerb mit der Schnecke auf gelben Grund. Alle Publikationen waren so eindeutig zu zuordnen.

Mit dem 50. Schülerwettbewerb wurde ein neues Erscheinungsbild entwickelt. Die Schnecke und das Logo bleiben.

2007 der Schülerwettbewerb feiert seine 50. Ausschreibung.

In der Bundesrepublik ist der Schülerwettbewerb in seiner Prägung einmalig. Kein anderes Parlament kann auf eine ähnliche Erfolgsgeschichte verweisen. Über 100.000 Schülerinnen und Schüler haben sich am Schülerwettbewerb seit 1957 beteiligt. Das Jubiläum wurde mit 5 Großveranstaltungen im Land und im Landtag gefeiert.

2007 wurden zum 50. Schülerwettbewerb rote, orange, gelbe und Sand-Töne als Erkennungsfarben entwickelt. Fotos mit Jugendlichen spielen von nun an eine große Rolle. Damit soll die Zielgruppe direkt angesprochen werden. Die Grundidee, dass Kommunikation die Basis der Demokratie ist, wird in einer Sprechblase grafisch umgesetzt und bildet den Rahmen zum Foto, das je nach Jahrgang und Publikation neu erscheint. Von der Ausschreibung der Themen, über die Broschüre „Erfahrungen und Empfehlungen“ mit den Tipps zum Mitmachen bis hin zur Nachlese und zur Homepage des Schülerwettbewerbs sind nun einheitlich in diesem Erscheinungsbild als Produkt des Schülerwettbewerbs erkennbar. Zum ersten Mal wird das Format Song im Schülerwettbewerb aufgenommen.

2010 erscheint die erste Musik CD mit preisgekrönten Songs aus dem Schülerwettbewerb.

2011 wurden alle WettbewerbsteilnehmerInnen aufgerufen, sich und ihr Beiträge online anzumelden. Damit sind nicht nur Arbeitsprozesse in der Auswertung erleichtert worden, sondern auch neue Wege der Kontaktaufnahmen und –bindung beschritten worden. Zum ersten Mal wird das Format Filmclip im Schülerwettbewerb aufgenommen.

2012 erfährt die Schnecke einen moderneren Schwung. Auch die Homepage des Schülerwettbewerbs wird nun nach 10 Jahren total überarbeitet und den neuen Medientechniken und dem Nutzungsverhalten angepasst. Mit QR-Codes und multimedialen Angeboten wird der Internetauftritt lebendiger.

Von nun an werden auch alle Seminaranmeldungen online angenommen und können schneller bearbeitet werden.

2013 wird zum ersten Mal das Format Comic im Schülerwettbewerb aufgenommen.

2015 Radiospots zum Schülerwettbewerb über Privatsender.

2016 der erste Werbefilm zum Schülerwettbewerb wird auf der Homepage installiert.

2017 über 140.000 haben bisher beim Schülerwettbewerb mitgemacht. 
Neues Erscheinungsbild mit der 60. SWB-Ausschreibung.
Relaunch der Homepage in Responsive Design.
Neues Online-Format. Ein in der Bundesrebublik einmalig innovatives Multimediaformat.